Gernsheim im September 2010 Sigrid Faller

Liebe Schülerinnen und Schüler, sehr geehrte Eltern,

da es einige Zeit dauern wird, bis ich Euch und Ihnen persönlich begegnen kann, möchte ich diese digitale Plattform der Homepage nutzen, um mich als neue Schulleiterin des Gymnasiums Gernsheim kurz vorzustellen.

In den vergangenen zwölf Jahren habe ich die vergleichbar große Max-Planck-Schule in Rüsselsheim geleitet. Weshalb also wechselt man dann in eine andere Schulleitung - diese Frage wurde mir in den letzten Wochen wahrscheinlich am häufigsten gestellt. In der Wirtschaft oder bei Politikern werden solche Wechsel als normal empfunden - die aktuellen Beispiele zeigen es - aber bei Schulleitern scheint es eher ungewöhnlich zu sein. Deshalb also möchte ich versuchen, meine Motivation zu erklären.

In meiner bisherigen Schule habe ich mich sehr wohl gefühlt und kann stolz darauf sein, dass die Max-Planck-Schule sich mit ihrem Schulprofil eine gute Position in der Rüsselsheimer Schullandschaft erarbeitet und von Schülern und Eltern große Anerkennung erfahren hat. Ich hätte also durchaus noch weitere sieben oder acht Jahre bis zu meiner voraussichtlichen Pensionierung dort bleiben können - und das hätte ich wahrscheinlich auch getan, wenn nicht mit dem Gymnasium Gernsheim die Schulleitung einer sehr attraktiven Schule frei geworden wäre. Diese Aufgabe hat mich gereizt und dabei war mir sehr wohl bewusst, dass die Arbeit in einem neuen Kollegium und mit einer neuen Schüler- und Elternschaft eine große Herausforderung darstellt. Die Anerkennung und das Vertrauen, das mir in Rüsselsheim nach all den Jahren wie selbstverständlich entgegengebracht wurde, muss ich mir nun in Gernsheim erst wieder erarbeiten und verdienen.

Das Gymnasium Gernsheim bietet ein hervorragendes Bildungsangebot. Es ist in seiner solitären Lage das zentrale Gymnasium im Südkreis Groß-Gerau und mich hat auch das besondere Schulprofil mit dem musikalischen Schwerpunkt angezogen, nachdem ich in Rüsselsheim ganz andere "Baustellen" bearbeitet habe, indem ich dort den mathematisch-naturwissenschaftlichen Schwerpunkt und einen bilingualen Zug auf- und ausbauen konnte. Also ist es natürlich mein oberstes Anliegen, im Gymnasium Gernsheim die vorhandenen bewährten Bausteine zu erhalten und zu pflegen.

Die Bauphase hat in den vergangenen Jahren viel Kraft und Arbeitszeit gebunden - aber nachdem nun der Abschluss mit der Schulbibliothek und einigen Umgestaltungsarbeiten in der Außenanlage bald bevorsteht, werden auch wieder Kräfte und Ressourcen freigesetzt, so dass sich Kollegium und Schulleitung gemeinsam verstärkt um das Kerngeschäft von Schule kümmern können - und das ist Unterricht und dessen kontinuierliche Weiterentwicklung mit Augenmaß und Ziel. Und hier gibt es derzeit für alle Schulen in Hessen den gleichen Auftrag: Unsere zentrale Aufgabe für die nächsten drei Jahre wird die Einführung der Bildungsstandards sein. Ich gehe davon aus, dass wir dafür das Rad nicht neu erfinden werden, sondern uns auf der Basis der bewährten Unterrichtskonzepte auf den Ausbau einer Unterrichtspraxis konzentrieren können, in der die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler im Rahmen der in der Schule vereinbarten fachlichen Inhalte aufgebaut und entwickelt werden. Ich möchte diesen Auftrag gemeinsam mit den Fachbereichsleitungen und Fachschaften behutsam angehen. Soweit zu der Pflichtaufgabe, der wir uns in den kommenden Jahren widmen müssen - alle weiteren Entwicklungsmaßnahmen sind "Kür" und werden sich im Laufe der Zeit aus den Bedürfnissen der Schule heraus ergeben.

Sehr geehrte Eltern, liebe Schüler und Schülerinnen, ich freue mich auf die gemeinsame Arbeit und auf die nächsten Gelegenheiten, bei denen ich mit Ihnen und mit Euch ins Gespräch kommen kann.

Bis dahin grüße ich Sie sehr herzlich - Ihre

Sigrid Faller